Logo

 2009.11.27 Lutz Kilian

Lutz Kilian (SPD) möchte für alle Bürger Landrat sein

Vom Chef im eigenen Betrieb an die Spitze der Kreisverwaltung Interview Mario Sanders "Lausitz Echo" „Ich möchte auch als Landrat für gutes Klima sorgen“, erklärte Lutz Kilian (47), der nach 21 Jahren als Geschäftsführer im eigenen Doberlug-Kirchhainer Haustechnikunternehmen im Januar 2010 erster direkt gewählter Landrat des Elbe-Elster-Kreises werden möchte. Lutz Kilian ist politisch Interessierten als SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Stadtverordnetenvorsteher in Doberlug-Kirchhain mit Schlips und Kragen bekannt. Wie bringen Sie Beruf und Politik unter einen Hut? „Zwischen Beruf und ehrenamtlicher Kommunalpolitik steht bei mir teilweise mehrmals täglich der Garderobenwechsel. Ich möchte meinen Leuten auf der Baustelle auch nicht unbedingt im Anzug unter die Augen treten – dazu bin ich viel zu leidenschaftlich mit meinem Handwerk und meinen Leuten verbunden. Wir installieren bundesweit Klima- und Lüftungstechnik. Da ist vom Schiffsausbau im Norden über die Medienhöfe des Bundestages bis zur ASB-Küche in unserem Heimatkreis viel geschaffen worden. Das macht mir übrigens auch nach zwei Jahrzehnten noch richtig viel Spaß. Genauso engagiere ich mich aber zugleich seit Jahren für die Kommunalpolitik, setze mich für Bürgerinteressen ein und schaffe es, die politische Landschaft mitzugestalten.“ Wo sehen Sie Ihre Stärken? „Ich kann kämpfen, mich durchsetzen, organisieren und Verantwortung tragen und ich bin stressresistent. Als Sohn eines Selbstständigen, mein Vater war damals einer der wenigen selbständigen Zigarrenmacher der DDR, wagte ich bereits 1988 gegen einigen behördlichen Widerstand den Weg in die Selbständigkeit. Nach meinem Studium der Versorgungstechnik und der Tätigkeit als angestellter Planungsingenieur hieß es: Aufträge besorgen, mit Trabi und Anhänger in die Spur zu gehen und die Existenz zu sichern. Da lernt man Herangehensweisen, die auch im politischen Alltagsgeschäft sehr nützlich sind.“ Was reizt Sie, Ihr eigenes Unternehmen zu leiten? Wo sehen Sie die Herausforderungen? Ich bin überzeugt, dass mir das Leiten und Lenken gut liegt und ich dies auch in der Kommunalpolitik in führenden Positionen seit Jahren unter Beweis gestellt habe. So ein Handwerksbetrieb wie unserer lebt natürlich vom Teamgeist, vom Zusammenhalt und dem Vertrauen untereinander. Meine Frau Ina, die mir auch beruflich seit vielen Jahren zur Seite steht, und ich verspüren eine große Verantwortung unseren Beschäftigten und ihren Familien gegenüber. Seit 1990 bereiteten wir fast 20 Lehrlinge aufs Berufsleben vor. Das schafft Gemeinschaft, die deutlich über das Installieren von Lüftungs-, Heizungs- und Sanitärtechnik hinausgeht. Und wenn Sie nach den schönsten fachlichen Herausforderungen fragen, sind das ganz klar die Projekte, die ich zunächst selbst planen und dann auch umsetzen kann. Aufgaben, für die ich mein Wissen einsetzen und Neues so richtig gestalten kann, bereiten mir die größte Freude.“ Planen und gestalten, da werden Sie als neuer Landrat wichtige Weichen stellen? So ist es. Es gibt viele Parallelen zu meiner gegenwärtigen Aufgabe. Zum Beispiel das Thema Klimatechnik im übertragenen Sinne: Natürlich möchte ich als Landrat für ein gutes Klima sorgen, sowohl nach außen als auch im Amt. Nur ein positives, innovatives und selbstbewusstes Image kann für die Fortentwicklung des Landkreises hilfreich sein. Dabei ist mein erklärtes Ziel, eine aktive Wirtschaftsförderung, gute medizinische Versorgung und eine gute Bildung und Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen zur Chefsache als Landrat zu machen. Aber natürlich muss ich als Verwaltungschef eines der größten Arbeitgeber in unserem Kreis auch der Innenwirkung Rechnung tragen. Wie gut die kreislichen Einrichtungen arbeiten, hängt im großen Maße vom betrieblichen Klima und der Motivation der vielen Angestellten ab. Nicht zu vergessen, die politische Arbeit im Kreistag, wo ich als Landrat überparteilicher Partner für alle demokratischen Kommunalpolitiker sein möchte. Riesige Herausforderungen, denen ich mich gerne stelle. Wie werden Sie sich als Landrat zum Thema Krankenhäuser positionieren? „Wir müssen bei diesen wichtigen Themen wie der Zukunft unserer Krankenhäuser aufpassen, dass durch Populismus und mediales Gezerre nicht alte Wunden wieder aufreißen. Trotzdem muss es in einer Demokratie natürlich erlaubt sein, klar Stellung zu beziehen und verschiedene Positionen auszutauschen. Für die SPD und mich als Landratskandidaten steht fest, dass die gesundheitliche Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger kein Experimentierfeld für Privatinvestoren sein darf, die sich in erster Linie Profit aus ihrem Einstieg erhoffen. Diese Dinge gehören für mich eindeutig zur kommunalen Daseinsfürsorge, wenn wir alle drei Klinikstandorte auf wirtschaftlich gesunden Füßen erhalten wollen.“
zurück
   
zurück
impressum | login | SPD Brandenburg | SPD Elbe-Elster